Meine Segelflug-Geschichte: Cockpit preparation

11.08.2020
“An einem freien Sommernachmittag ging ich zum Flughafen für den üblichen “Kontrollflug” zu Beginn der Flugsaison. Ich bereitete das Segelflugzeug vor und ging im Briefing mit dem Fluglehrer die im Flug zu absolvierenden Übungen durch. Danach legte ich meinen Fallschirm an, liess mich im Cockpit nieder, legte meinen Sicherheitsgurt an, schloss und sicherte ich die Haube. Leider mussten wir wegen des vielen Flugverkehrs bis zur “Freigabe” eine Weile warten . Weil die Sonneneinstrahlung schon recht stark war, öffnete ich daher das Seitenfenster, um ein bisschen frische Luft zu schnappen.

 

Nach rund 5 Minuten gab der Tower dem Schleppflugzeug endlich die Startfreigabe für einen Schleppflug bis auf 800 Meter Höhe. Langsam gewinnt unser Doppelsitzer an Fahrt und wir heben schliesslich ab. Doch in der “Hektik des Gefechts” habe ich vergessen das Seitenfenster zu verschliessen. Dieses verursacht so starke Windgeräusche, sodass ich die Anweisungen des Fluglehrers nicht hören kann.

 

Instinktiv schliesse ich das Fenster, schaue vom Schleppflugzeug weg und verliere dabei die Kontrolle über die Fluglage des Segelflugzeugs. Innert Sekunden bewegt sich die Nase unseres Segelflugzeuges nach oben, wodurch das Heck des Schleppflugzeugs gefährlich angehoben wird. Zum Glück konnte ich jedoch die Fluglage sofort korrigiereren und stabilisieren und so unseren Segler in die richtige Position hinter dem Schleppflug zurückbringen.

 

Puh! Dieser Moment kam überrachend und mir ziemlich in die Knochen gefahren. Im Nachhinein muss ich sagen, dass eben eine solide Vorbereitung der Kabine vor dem Flug (Cockpit preparation) absolut zentral ist. Nur so kann man sich beim Start auf die Cockpitinstrumente und die Lage des Flugzeuges konzentrieren und wird in dieser kritischen Phase nicht durch Unvorhergesehenes abgelenkt.

 

Ich hoffe, dass meine Geschichte anderen Piloten hilft und sie darauf aufmerksam macht, nicht unnötig in riskante Situationen zu geraten.”

 

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