Flugmotoren von Hand anwerfen ist nicht ganz ohne!

18.09.2020
Vor rund einem Monat haben wir euch die Materie des Propellers ein bisschen näher gebracht. Heute geht es um den Startvorgang und zwar von Hand. Einen Kolbenmotor von Hand durch kräftigen Schwung des Propellers zu starten/anzureissen birgt ein Risiko und erfordert umfangreiches Wissen und Kenntnis der Techniken. In der Vergangenheit sind immer wieder vermeidbare Vor- oder Unfälle passiert, weshalb wir die wichtigsten Punkte nochmals in Erinnerung rufen wollen. Eine Einweisung durch einen entsprechend geschulten Fluglehrer ist zwingend notwendig, denn jeder Motor hat ein eigenes Anlassverfahren.  Das Wichtigste ist: Ein Flugmotor nie alleine von Hand anwerfen, sondern immer zu zweit; d.h. eine Person, die das Startverfahren leitet und eine Person in der Kabine, die das Flugzeug vor dem Wegrollen sichert.

 

Die Person, welche die Propellerblätter per Hand bewegt und so den Motor startet, leitet alle Aktivitäten, gibt klare Anweisungen und ist letztlich verantwortlich für das Startverfahren. Für dieses Verfahren ist auf dem Pilotensitz  hierfür ein zweiter Pilot erforderlich, der für den sicheren Betrieb und die Kontrolle des Flugzeuges eingesetzt werden kann. Dieser ist bestens mit der Steuerung vertraut und muss im Flugzeug mit blockierten Bremsen sitzen. Als zusätzliche Vorsichtsmassnahme können Bremsklötze vor das Hauptfahrwerk gestellt werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollte das Flugzeug am Heck fest gebunden werden.

 

Wenn der Motor per Hand angeworfen wird, sollte die Bodenoberfläche in der Nähe des Propellers stabil und frei von Schmutz sein. Sofern ein fester Boden vorhanden ist, kann das Starten des Motors von Hand begonnen werden, es sein denn es ist nicht doch irgendwo eine Batterie zur Überbrückung auf dem Flugplatz auffindbar. Auch damit müsst ihr euch unbedingt an die Vorgaben des AFM halten.

 

Zur Illustration des Themas haben wir für euch ein recht gutes Video zum Thema “hand propping” gefunden”.


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